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Hilft unangepasstes Denken beim Lösen von schwierigen Herausforderungen?

In den Weihnachtsferien habe ich mir im Kino den Film "alphabet" von Erwin Wagenhofer angesehen.

Darin erzählt Sir Ken Robinson von der Kraft der Vorstellung und dem unangepasstem Denken.

Unter anderem sagt er: "Es wurde eine großartige Studie (George Land and Beth Jarman 1993 - Breakpoint and Beyond) über unangepasstes Denken gemacht. Unangepasstes Denken ist nicht dasselbe wie Kreativität. Aber es ist eine wichtige Voraussetzung für Kreativität. Es ist die Fähigkeit, viele mögliche Antworten auf eine Frage zu sehen. Viele Arten, eine Frage zu interpretieren die Fähigkeit, nicht nur linear oder eindimensional zu denken. Der Test untersuchte 1500 Personen.
Das Testprotokoll sah vor: Ab einer gewissen Punkteanzahl galt man als Genie im unkonventionellen Denken.
Wie viele der 1500 Testpersonen erreichten das Niveau eines Genies im unkonventionellen Denken?"

Im Alter 03-05 Jahre: 98% erreichen Level genial (1968).
Es war eine Langzeitstudie.
Man testete dieselben Kinder fünf Jahre später. Im Alter von 8-10.
Alter 08-10 Jahre: 32% erreichen Level genial (1973).
Man testete dieselben Kinder fünf Jahre später. Im Alter von 13-15 Jahren.
Alter 13-15 Jahre: 10% erreichen Level genial (1978).
Man testete 200 000 Erwachsene ab 25 Jahren, nur zur Kontrolle.
Alter 25+ Jahre: 2% erreichen Level genial (1985).

"Diese Studie zeigt zwei Dinge:
Erstens: Wir alle haben diese Fähigkeit.
Zweitens: Meistens verkümmert sie. Viel ist mit den Kindern passiert, als sie heranwuchsen. Aber eines der wichtigsten Dinge, davon bin ich überzeugt, sie wurden ausgebildet.
Sie gingen 10 Jahre in die Schule wo man ihnen sagte, es gäbe nur EINE Antwort. Nicht, dass die Lehrer das so wollen, aber es passiert eben auf diese Weise.
Es liegt im Selbstverständnis des Bildungssystems."

Die Zitate sind Auszüge aus Ken Robinsons Rede „Changing Paradigms“, die er hielt, als ihm 2008 die Benjamin Franklin Medaille verliehen wurde.

Sie fragen sich vielleicht, wie das Ergebnis dieser Studie beim Lösen von Konflikten hilft?

Wenn wir die Studie betrachten, dann könnte das bedeuten, dass wir, die gebildeten Menschen nach der Schule bzw. Uni unser Leben ziemlich einfältig weiterleben.

Für den Fall, dass wir mit unserem ebenfalls schulgebildeten Nachbarn in Streit geraten, kann es passieren, dass wir nur noch eine mögliche Antwort auf die Frage "Wer hat Recht?" finden.

Liegt es also wirklich an unserem Nachbarn, wenn wir denken er hat Unrecht und wir haben Recht?
Oder liegt es an unserer verkümmerten Fähigkeit des unangepassten Denkens?

Wie könnten die Antworten auf die Frage: "Wer hat Recht?" lauten?

  1. Ich
  2. Er
  3. Keiner von uns
  4. Der Richter
  5. Mein Rechtsanwalt
  6. Sein Rechtsanwalt
  7. Der Gesetzgeber
  8. Mein Freund mit seinem Tipp
  9. Das was in der Bibel steht
  10. Derjenige der erkennt, dass die Sachlage (Medaille) zwei Seiten braucht fürs vollständig sein.
  11. Derjenige der erkennt, dass zwei Menschen niemals den Sachverhalt gleich wahrnehmen können und es deshalb immer unterschiedliche Versionen dazu gibt.
  12. Derjenige der sich in die Lage seines Nachbarn hineinversetzen kann und mit dem gewonnenen Wissen ein Gespräch mit ihm sucht.
  13. Derjenige der seinen Nachbarn als Menschen sieht, der so handelt wie er handelt aus einem einzigen Grund: Zur Erfüllung seiner Bedürfnisse.
  14. ...

Gingen wir alle in eine "psychopathische Schule", die nur den Zweck verfolgt, Befehle zu befolgen?

Hier noch ein Aufsatz über Building Creative Competence in Globally Distributed Courses through Design Thinking in dem auch die Studie zitiert wird.

Strategies of Divergent Thinking

Kommentare

Hallo,
die Studie klingt sehr interessant. Leider finde ich sie im Web nicht. Wo kann ich die gesamte Studie bekommen?
Danke und Lg,
Thomas

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